Glückliche Hühner und Hähne - Hühnerhaltung neu gedacht

Auf dem Hof Rinderbrunnen im Zürcher Oberland wird Hühnerhaltung neu gedacht. Die Legehennen leben im mobilen Stall mit täglichem Auslauf, die Bruderhähne werden ebenfalls aufgezogen und leben rund drei Mal länger als Mastpoulets in konventioneller Haltung. Die Hennen dürfen den natürlichen Prozess der Mauser durchlaufen und werden nicht wie in der herkömmlichen Haltung nach einem Jahr ersetzt. Dadurch können sie sich entsprechend regenerieren und bleiben mehrere Jahre auf dem Betrieb.

Eckdaten

Finanzierung

CHF 50 (0 %)
finanziert vom Zielbetrag von CHF 12.000

Unterstützer

1

Crowdfunding endet in

87 Tage
30.04.2023 00:00

Die Idee

Eine nachhaltige Produktion und Vermarktung von Eiern im Abo und Geflügelfleisch soll aufgebaut werden, mit höchsten Standards an das Tierwohl sowie einem Beitrag an eine hohe Biodiversität durch Erhaltung der Rassenvielfalt.

Die Umsetzung

Im Frühling 2022 wurden rund 500 Hühner von über zehn verschiedenen Rassen im mobilen Hühnerwagen eingestallt. Die Hühner verbringen die grösste Zeit draussen auf der Weide, welche sie mit einer Schafherde teilen. Diese erfüllen eine Schutzfunktion gegen Fuchs- und Raubvogelbesuche und sind zusätzliche Verwerter und Dünger-Produzenten für die Grünflächen. Die ersten Eier-Abos wurden abgeschlossen und die Hühnerpatinnen und -paten erhalten monatlich eine Portion Eier. Diese können ab Hof oder an verschiedenen Pickup Stellen in der ganzen Deutschschweiz abgeholt werden. Neben den Abos werden die Produkte auch im Hofladen verkauft. Der Umsatz deckt allerdings die hohen Projektkosten nicht vollumfänglich. Ausserdem sind noch nicht alle Abos vergeben und viele Hühner würden sich über einen Paten oder eine Patin freuen.

Der Mehrwert

Statt wie gewöhnlich nur eine Rasse, werden auf dem Rinderbrunnen über 10 Hühnerrassen gehalten, womit aktiv ein Beitrag zur Arterhaltung und Biodiversität geleistet wird. Die Hennen gehören grösstenteils zu einer sogenannten "Zweinutzungsrasse". Das heisst, sie können sowohl zur Eier- wie auch zur Fleischproduktion genutzt werden, nicht wie die herkömmlich einseitig gezüchteten Mast- oder Legerassen. Daher können alle Hähne aufgezogen werden und müssen nicht als Eintagsküken entsorgt werden.

Die Legehennen leben in einer kleinen Gruppe und haben im Stall sowie im Freien viel Platz. Der Stall ist eine mobile Einrichtung mit viel Auslauf und die Hühner erhalten wöchentlich eine frische Weide. Durch das regelmässige Verschieben des Stalles können sich die beanspruchten Flächen gut erholen. Die Hennen dürfen mehrere Jahre am Leben bleiben und werden nicht jährlich ersetzt. Dadurch können sie auch den natürlichen Prozess der Mauser durchlaufen und sich entsprechend regenerieren. Beim Sammeln und Ausliefern der Eier kommt ausserdem ein Lastenvelo (CargoVelo) zum Einsatz und verhindert unnötigen CO2-Ausstoss.

Wer steht hinter dem Projekt

Mit Judith und Martin Frei übernimmt 2023 ein junges Paar den 28ha grossen Betrieb Rinderbrunnen und will mit innovativen Ideen den Hof nach dem Credo «Landwirtschaft zum Anfassen» in die Zukunft führen. Die beiden haben ihre beruflichen Wurzeln nicht in der Landwirtschaft, sondern haben sich erst auf dem zweiten Bildungsweg für das Leben auf dem Bauernhof entschieden. Nun können sie von ihren Erfahrungen und ihrem Wissen als Betriebswirtschafter und Umweltnaturwissenschafterin profitieren und bringen diese aktiv in den Bauernhofalltag ein.

Neben den Hühnern gehören auch Galloway-Mutterkühe zum Hof, ebenso wie ein Slowflower Blumenfeld, Hochstammobst- und Nussbäume. Mit der Hofübernahme durch Judith und Martin entsteht auch ein Betreuungsangebot für Kinder, die so den Hofalltag erfahren und ein Grundverständnis für Landwirtschaft und die Nahrungsmittelproduktion erlangen sollen. Der Betrieb befindet sich in der Umstellung zum Biolandbau und ist ab 2025 Knospe-zertifiziert.

Gesamtaufwendungen

Für den laufenden Betrieb des Projektes «Hahn&Ei» entstehen täglich Kosten, die momentan nicht voll gedeckt werden können. Ein Teil des Bio-Futters muss zugekauft werden, ebenso Verbrauchsmaterial wie Sand für die Sandbäder und diverse Erweiterungen, welche für den Stall notwendig sind. Zusätzlich sind der Arbeitsaufwand und der Futterbedarf viel höher als bei einer konventionellen Haltung von Legehennen-Hybridrassen. Darum sind wir auf zusätzliche UnterstützerInnen angewiesen, welche die Vision einer nachhaltigen und tierfreundlichen Geflügelhaltung teilen.

Um dieses Jahr kostendeckend arbeiten zu können, benötigen wir einen Gesamtbetrag von 12'000 Franken.

  • 02.02.2023 Daria Göllnitz

Noch keine News vorhanden.